Friseure: Was Sie in der Corona-Phase beachten müssen

                                                                                                 Bildquelle: pixabay

Neue Regeln für körpernahe Dienstleistungen in Tübingen

 

Körpernahe Dienstleistungen:

 

Die Landesregierung hat die Corona-Verordnung zum 15. Oktober 2021 angepasst. Neu ist insbesondere das 2G-Optionsmodell, bei dem Kunden einer Dienstleistung nur dann Einlass bekommen, wenn sie geimpft oder genesen sind:
Corona-Verordnung: Ein weiterer Schritt zurück zur Normalität
Für körpernahe Dienstleister, die sich für das 2G-Modell entscheiden, gilt dann:

     Die Entscheidung für das 2G-Modell muss durch einen Aushang deutlich gemacht werden.
    Kunden müssen nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind.
    Die Maskenpflicht gilt in der Basisstufe nicht mehr für Kunden, sondern nur noch für Mitarbeitende.
    Das Zutrittsverbot gilt nicht für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, wenn sie noch zur Schule gehen.
    Jugendliche ab 17 Jahren, die nicht mehr zur Schule gehen, müssen einen negativen Antigentest vorlegen.
Ab dem 15. Oktober müssen sich nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte mit Kontakt zu externen Personen auch in der Basisstufe regelmäßig testen lassen. Dies gilt ebenfalls für Selbstständige mit Kontakt zu externen Personen.
Von Dienstleistern vor Ort durchgeführte Tests sind nach § 5 Abs.4 Nr.1 CoronaVO nur für diese entsprechende Dienstleistung gültig.
Beachten Sie hierzu diese Abschnitte auf unserer Corona-Sonderseite:


Seit Mitte Oktober besteht auch in der  Basisstufe eine Testpflicht für Beschäftigte und Selbständige mit direktem Kontakt zu externen Personen im Rahmen ihrer Tätigkeit – also zum Beispiel Kundenkontakt, Kontakt zu Lieferanten, externen Mitarbeitenden, Klienten oder Schutzbefohlenen.

Genesene und geimpfte Personen sind von der Testpflicht ausgenommen.

Nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte sind verpflichtet, das Angebot anzunehmen, oder zweimal pro Woche einen anderweitigen Test durchzuführen oder durchführen zu lassen. Sie sind außerdem verpflichtet, die Nachweise über die Testungen für vier Wochen aufzubewahren. Die Dokumentation ist auf Verlangen den zuständigen Behörden zugänglich zu machen. Selbstständige müssen sich zweimal pro Woche testen (lassen), sie sind dabei auch verpflichtet, die Nachweise für vier Wochen aufzubewahren und die Dokumentation auf Verlangen zugänglich zu machen.
Nicht erfasst sind damit z.B. Beschäftigte im Innendienst oder in der Verwaltung, die von ihrem Tätigkeitsprofil her bei ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mit externen Personen in Kontakt treten müssen. Das vorübergehende oder zufällige Zusammentreffen auf z.B. externe Reinigungsdienstleister gilt für diese Beschäftigten im Innendienst/in der Verwaltung eines Betriebes nicht als relevanter Außenkontakt. Hier muss der Arbeitgeber ohnehin entsprechende Schutzmaßnahmen aus seinen betrieblichen Arbeitsschutzpflichten treffen.

Beachten Sie hierzu den nächsten Abschnitt:  Was bedeutet „direkter Kontakt zu externen Personen“?

Arbeitgeber müssen die Testungen der Beschäftigten nicht kontrollieren.
Kontrolliert werden die Testungen von den örtlich zuständigen Behörden. Diese können von den Beschäftigten die Vorlage von Test-Nachweisen verlangen. Die Beschäftigten müssen die Nachweise für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen aufbewahren und auf Verlangen vorlegen. Immunisierte Beschäftigte, also Geimpfte und Genesene, müssen sich nicht testen lassen. Werden sie durch die Behörden zur Vorlage von Testnachweisen aufgefordert, können sie stattdessen ihren Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen.
Der Arbeitgeber hat weder das Recht, den Impf- oder Genesenen-Status seiner Beschäftigten zu erfragen, noch die Pflicht zur Kontrolle der Testdurchführung.
Eine Ausnahme gibt es lediglich für Beschäftigte in bestimmten Einrichtungen (z.B. Krankenhäuser oder Pflegeheime, Gemeinschaftseinrichtungen zur Betreuung Minderjähriger, Obdachlosenunterkünfte, Justizvollzugsanstalten, Asylbewerbereinrichtungen oder sonstige Massenunterkünfte). Der Bundesgesetzgeber hat in § 36 Absatz 3 Infektionsschutzgesetz eine entsprechende Auskunftspflicht für diese Beschäftigten vorgesehen.
Die Dokumentation der Durchführung der Testungen durch die Beschäftigten erfordert keine besonderen Formerfordernisse.
Es bleibt den Arbeitgebern freigestellt, die Dokumentation z.B. durch einen Mustererfassungsbogen für die Beschäftigten zu erleichtern. Zu dokumentieren sind dabei Datum und Ergebnis des durchgeführten Tests – die Testkits können selbstverständlich unmittelbar nach Erfassen des Testergebnisses entsorgt werden.
Es besteht zudem auch weiterhin kein Recht der Arbeitgeber zur Überprüfung der Testnachweise, sodass die geregelte Testpflicht auch keine Grundlage für arbeitsrechtliche Konsequenzen für die Beschäftigten sein kann.

 

 

 

 

 Wichtige Downloads auf einen Blick

Die Richtlinie zu den Hygiene- und Schutzmaßnahmen in Friseurbetrieben finden Sie hier:

 Richtlinie zur Öffnung von Friseurbetrieben (PDF)

Außerdem gelten diese Vorgaben der Berufsgenossenschaft:

 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Bei der Erhebung der Kundendaten helfen dieses Infoblatt und eine praktische Vorlage:

 

 

Praktische Plakate für die Abstands- und Hygieneregeln finden Sie in unserem „Exit-Kit“:

 

 





 

Zu den verpflichtenden Maßnahmen gehören unter anderem:

Allgemeine Schutzmaßnahmen
  • Beschäftigte und Kundschaft mit Symptomen einer akuten respiratorischen Atemwegserkrankung oder Fieber dürfen den Friseursalon nicht betreten. Darauf ist bereits bei der Terminvergabe hinzuweisen.
  • Begleitpersonen im Friseursalon sind nicht zugelassen (Ausnahmen gelten z.B. für Kleinkinder).
Erhebung von Kundendaten
  • Es sind bestimmte Kundendaten zu erheben, damit Gesundheitsämter ggf. Infektionsketten nachverfolgen können. Dazu zählen der Vor- und Nachname, die Anschrift sowie der Tag und die Uhrzeit der Dienstleistungserbringung. 
  • Eine Einwilligung der Kunden zur Weitergabe der Daten ans Gesundheitsamt ist nicht erforderlich.
  • Ein Infoblatt und eine Mustervorlage zur Erfassung der Daten finden Sie in der blauen Box auf dieser Seite.
Terminvergabe
  • Die Terminvergabe darf nur über elektronischen oder fernmündlichen Weg erfolgen.
  • Bei der Terminvergabe ist bereits der Kundenwunsch (z.B. Schneiden, Färben) abzuklären.
  • Die Terminvergabe hat so zu erfolgen, dass Verdichtungen in den Warte- und Dienstleistungsbereichen nicht entstehen und ein Abstand von mindestens 1,50 Metern eingehalten werden kann.
Abstand und Körperkontakt
  • Körperkontakt mit der Kundschaft (z. B. Händeschütteln, Umarmen) ist zu vermeiden.
  • Wo immer möglich, ist ein Abstand zu anderen Menschen von mindestens 1,50 Metern einzuhalten. Das gilt nicht für die Dauer der Friseurdienstleistung.
  • Für die Tätigkeiten an den Kunden sind den Beschäftigten Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung zu stellen.
  • Während der Tätigkeiten ist die Kommunikation mit der Kundschaft auf ein Minimum zu beschränken und darf nur mit Blickkontakt „über den Spiegel“ erfolgen.
  • Auf Dienstleistungen, die das Gesicht betreffen (z.B. Bart, Augenbrauen, Wimpern), ist zu verzichten.
  • Das Haarewaschen im Salon ist Pflicht. Auf das Föhnen sollte hingegen, wenn möglich, verzichtet werden.
Hygiene und Desinfektion
  • Allgemeine Hygieneregeln sind in besonderem Maße zu beachten.
  • Die Friseurräume müssen jederzeit während der Arbeitszeiten über ausreichend Frischluft verfügen. 
  • Eine ausreichende Anzahl an Handwaschgelegenheiten ist in der Nähe der Arbeitsplätze bereitzustellen.
  • Es ist sicherzustellen, dass Pausenräume oder -bereiche über leicht zu reinigende Oberflächen verfügen, die täglich gereinigt werden.
  • Friseurstühle sind vor der Benutzung durch den nächsten Kunden mit Seifenlauge zu reinigen.
  • Kunden müssen beim Betreten des Salons die Möglichkeit haben, ihre Hände zu desinfizieren.
  • Es sind ausschließlich Einweg-Papierhalskrausen zu verwenden, die danach zu entsorgen sind.
  • Die Friseurwerkzeuge sind nach jeder Bedienung zu desinfizieren.
Zahlungsabwicklung
  • Die Bezahlung sollte nach Möglichkeit ohne Bargeld erfolgen. Auf die bargeldlose Zahlungsmöglichkeit sollte hingewiesen werden.
  • Bei Barzahlung hat Geldübergabe über eine geeignete Vorrichtung oder Ablagefläche zu erfolgen.
Gefährdungsbeurteilung
  • Die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisungen sind mit Blick auf den Sonderfall einer Infektionsgefährdung durch das Corona-Virus zu ergänzen.
  • Aus der aktualisierten Gefährdungsbeurteilung sind geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos abzuleiten. 
  • Beschäftigte mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung können ggf. nur für bestimmte Tätigkeiten eingesetzt werden.
  • Für Schwangere gelten besondere Regelungen.